Dienstag, 2. Dezember 2014

Das war mein NaNoWriMo 2014 - Oder wie ich versuche, seit über drei Jahren ein Buch zu schreiben

Mein erstes Jahr, das  ich  am NaNoWriMo (nanowrimo.org) teil genommen  habe  und  ich  muss sagen, dass ich  mit dem Ergebnis  doch recht  zufrieden sein kann. Leider  habe ich nicht  die  erhofften 50.000 Wörter  geschafft, die  man  innerhalb der  30 Tage  im November schreiben sollte ... Aber  ich  habe  geschrieben  und  es sind  auch  einige Wörter  und  Seiten daraus  geworden. 


Am ersten Tag des NaNoWriMo war ich  voller Elan  und  habe  mich  riesig  gefreut, dieses Jahr  endlich am NaNoWriMo teilzunehmen, Tagesziel war es, 1.667 Wörter  zu schreiben, nach Oben ist die  Grenze  offen. 

Seit September 2011 schreibe bzw. bastle  ich  schon an dieser Geschichte  herum, und nach etliche Anfängen  und  grauenhaften Rohfassungen, die  ich Anfangs  produziert  habe, bin ich  froh, dass  ich im Mai 2014 den richtigen Weg  gefunden  habe, bzw. diesen einen Charakter, der sich  in der eigentliche Geschichte, die  ganz zu Anfang geschrieben  habe, nur ein Nebencharakter war, und  sich  mit der Zeit  und  nach rund 150 Seiten  immer  mehr  in den Vordergrund  gedrückt  hatte  und mir  auf die Schulter  klopfte  und  sagte: "Hey, ich habe  dir  da etwas  zu erzählen.", was ich  anfangs  immer  ignorierte, doch nach einer gewissen Zeit (rund 2 Jahre lang) konnte ich  ihn nicht  mehr  ignorieren  und  habe  ihn erzählen lassen. 
Ich merkte, dass seine Geschichte  mit der eigentlichen Geschichte  stark verbunden war, und es  viel zu viel Platz in der eigentlichen Geschichte  einnehmen würde, so dass  ich ihm eine  eigene  kleine Reihe (bis jetzt ist  nur eine Trilogie geplant) geben werde und ich  bin gespannt, wohin er  mich  noch überall hinführen wird. 

Jedenfalls  verlief der erste NaNoWriMo Tag ganz gut  und auch der  zweite dritte  und vierte, ich  merkte, wie  ich weiter und  weiter  in diese Welt gezogen wurde,  doch  leider hat  mir  nach gut zwei Wochen die Realität einen Strich  durch  die Rechnung  gemacht  und  es  kamen  immer wieder  einige Dinge  dazwischen, die  mir die Lust  am Schreiben  genommen  haben, was  ich  nicht gerade  toll fand, denn nach drei Jahren, am Werkeln an dieser Geschichte, wollte ich endliche  mal voran  kommen  und  diese verdammte  Geschichte  zu Ende schreiben. 
Es ist  nicht so dass ich die Geschichte  nicht  mag, ich  mag sie sehr, sie ist/wird  düster, geheimnisvoll  und ist einfach durch und durch magisch, doch  mit der Zeit  baut  sich ein gewisser Frust auf, vielleicht  lag das  auch  nur an mir, dass  ich  die Geschichte  damals  immer  nur  anfing, liegen  ließ und  dann von vorne  anfing, weil  ich auf  einmal den ganze Plot scheiße  fand. 
Aber jetzt habe  ich  den perfekten (groben) Plot gefunden. 

So, da  mir  die Realität  dazwischenfunkte (Woran ein Umzug auch dran Schuld ist, aber  jetzt  habe ich mein eigenes Zimmer  und  kann in Ruhe schreiben - ich muss meine Ruhe haben. Ich  kann es  nicht  leiden, wenn noch jemand  im Zimmer ist, wenn ich Schreiben), kam ich  gut eine Woche und ein paar zerquetschte Tage  nicht  mehr  zum Schreiben. Aber  jetzt da der Umzug von meinem Bruder  vorbei  ist, ich mein eigenes Zimmer  habe  und  in Ruhe  schreiben  konnte und  jetzt  immer noch  kann, hatte  ich dann nur  noch vier  Tage  um beim NaNo auf die  50.000 Wörter  zu kommen. ich sah  in meiner  Statistik, dass  ich, um das Ziel zu erreichen, mindestens am Tag 5.000 und mehr Wörter  schreiben  musste -  Puh, nee, dass schaffe ich nicht, dachte  ich, ließ mich aber nicht aus der Bahn bringen  und schrieb einfach drauf los und schaute wo ich dabei  heraus kam. 

Die Geschichte entwickelte  sich gut, ich kam voran -  auch wenn es  langsam geschah, doch war ich  glücklich darüber  endlich über die 100 Seiten  gekommen zu sein. Momentan bin ich gerade auf Seite 152 (Normseitenformat (12. Kapitel)) von geplanten 320 (Norm)-Seiten. 

Am 30. November, also dem letzten Tag vom NaNoWriMo, musste ich  mich sputen  und  zu der Zeit war  mein Tagesziel auf etwas  über 25.000 Wörter  gestiegen,  und  das  konnte ich  eben  nicht  so aus dem Ärmel schütteln -  was bei anderen ganz anders aussah, die  laut eigener  Aussage schon nach einer  Woche  mit dem NaNo fertig  waren  und  über  50.000 Wörter  geschrieben haben. Sollte das stimmen -  Hut  ab! 
Ich  hatte  zu diesem Zeitpunkt  etwas  über  24.000 Wörter  bis dahin geschrieben und ich dachte, gut, jetzt setz dich hin und  knacke  dann wenigstens  die 25.000 Wörter, was  ich dann auch geschafft  habe. 

Auch wenn ich  nicht  so viel am Tag geschrieben habe, fühlte ich mich dennoch  leer, denn den ganzen November  hatte ich  mir  Gedanken gemacht, was  in der Geschichte passieren  könnte. Es  gibt  zwei Art von Autoren/Schriftsteller: Einmal die, die  ihre Geschichte  von Vorn  bis  Hinten durchplanen (wie Kai Meyer  zum Beispiel), und einmal die Autoren,  zu denen ich  mich  zähle und Stephen  King auch einer von ist, die  einen groben Plan  haben, was  in der Geschichte  passiert  und einfach drauf  los schreiben und schauen, wo sie dabei  herauskommen (Für  mich ist ein Autor, jemand, der Geschichten, oder Artikel o.Ä. schreibt, aber  damit  kein Geld  verdient. Ein Schriftsteller  ist für mich jemand, der Geschichten schreibt  und damit  Geld verdient - so nebenbei bemerkt).


Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug  in meine Schreibwelt  gefallen? 
- Cheerio


Kommentare:

  1. Hallo du :)

    Ich fand diese Aktion total klasse, als du das erste Mal davon geschrieben hast (besonders die Tatsache, dass letztes Jahr "Der Nachtzirkus" bei rausgekommen ist - der Wahnsinn!). Hätte selbst gern mitgemacht, aber die Schule hätte das nicht zugelassen und deshalb 'vertage' ich das jetzt erst mal auf irgendwann, wenn ich wirklich mal einen Monat dafür Zeit habe.

    Dir geht es mit deiner Geschichte ähnlich, wie mit meiner - ich habe im März 2011 angefangen, hatte sie im Sommer 2013 fertig und hab sie, nachdem ich schon gut 50 Seiten überarbeitet hatte, wieder verworfen und noch mal neu angefangen. Was soll man sagen - manchmal soll es einfach nicht sein. Und wenn es nicht passt, passt es eben nicht. Besser noch mal besser machen, als ein Ergebnis rausbringen, mit dem man selbst nicht zufrieden ist.
    Seit dem 23. Dezember sitze ich nun an der aktuellen Version. Gut 14.000 Wörter auf 42 Seiten sind zwar nicht die quantitativ höchste Ausbeute (wenn ich bedenke, dass die Datei auf dem Computer sicher noch auf mindestens 400 Seiten wachsen wird - wenn ich mich kurz fasse). Aber Quantität ist ja nicht gleich Qualität. Und ich kenne genau einen Schriftsteller, der fähig wäre innerhalb einer Woche 100.000 Wörter zu schreiben und so eine Challenge so schnell fertig zu bringen. Solche Schnelligkeits-Ausnahmetalente sind selten und ich denke es ist keine Schande, wenn man selbst nicht zu ihnen zählt.

    Ich wünsche dir jedenfalls noch viel Erfolg mit deinem Buch und hoffe, dass du es auf ein zufriedenstellendes und gutes Ergebnis führst und deinen Zeitplan einhalten kannst. Es hört sich jedenfalls von der Idee sehr interessant an.

    Liebe Grüße,
    Antonia :)

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    1. Hallo Antonia,
      Ob "Der Nachtzirkus" letztes Jahr dabei herauskam, oder schon davor, weiß ich jetzt nicht. ^^
      Ich habe auch viel geschrieben und vor allen viele Anfänge und auch mittendrin dann wieder aufgehört, weil die Geschichte mir nicht mehr zusagte, weil dieser eine Charakter sich immer nach vorn gerückt hat.
      Ich finde auch, es kommt nicht auf die Länge einer Geschichte an, sondern auf den Inhalt und wie sie erzählt wird, was nützt es mir wenn ich ein 1.000 seitigen Schinken schreibe, aber da nur Mist drinsteht. Was die vielen Wörter in kurzer Zeit angeht, da fällt mir persönlich nur Stephen King ein, der dieses Jahr zwei Romane veröffentlicht hat ("Mr Mercedes" und "Revival") und ich glaube auch, er hat dieses Jahr noch eine Kurzgeschichte veröffentlicht - bin mir aber nicht sicher. :)

      Ich finde auch schämen sollte man sich auch nicht, wenn weniger Wörter schreibt als andere und man sollte sich nicht mit anderen Messen, das würde eher kontraproduktiv sein, denn dann sitzt man in der Zwickmühle und vergleicht sich nur mit anderen.

      Ich wünsche dir auch ganz viel Erfolg mit deiner Geschichte, und ich befinde mich gerade knapp bei der Hälfte in meiner Geschichte und bin sicherlich in zwei Monaten, wenn alles glatt läuft, damit fertig. :)

      Liebe Grüße,
      Nico^^

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  2. Ich schreibe selbst überhaupt nicht, aber ich glaube gern, dass es unglaublich schwer ist, 50.000 Wörter zu schreiben. Selbst wenn man genau wüsste, was passieren soll, muss man immer noch die Zeit finden, sich auch wirklich hinzusetzen und konzentriert zu schreiben. Ehrlich gesagt bin ich sogar der Meinung, dass ein Buch besser werden müsste, wenn man länger daran arbeitet. Ein gutes Buch kann man einfach nicht mal eben in einer Woche hinkritzeln.
    Lass dich also auf keinen Fall davon entmutigen, dass du das Ziel des nanowrimos nicht erreicht hast. Du hast trotzdem super viel geschafft! :)
    Liebe Grüße

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    1. Es ist schwer. Schwerer, als es sich die anderen denken, denn es steckt einfach viel mehr drin, als nur am Laptop sitzen und sich was aus den Fingern ziehen. Man braucht eine Story, muss sie planen, Charaktere, Orte, einen Konflikt und vor allen Dingen Zeit und Muse.
      Das NaNoWriMo ist ja dazu da, um sich hinzusetzen und eine Rohfassung zu schreiben, einfach um die Idee aufs digitale Papier zu bringen. Nach den 30 Tagen wird dann überarbeitet oder wie in meinem Fall fleißig weitergeschrieben. Und wenn ich Glück habe, bin ich in einigen Wochen damit fertig - aller spätestens Anfang Sommer.
      Entmutigt bin ich auf keinen Fall. Es hat den rollenden Stein einen mächtigen Schub gegeben, denn nach über drei Jahren, in dem ich nun an dieser Geschichte, plane und schreibe, alles umgeschmissen und von vorne angefangen habe, habe ich endlich die Geschichte "gefunden", die ich schreiben möchte und bin auch froh darüber. Denn in den Jahren hat sich einiges angesammelt, dass auch in den nächsten Geschichten Verwendung finden wird. :D

      LG Nico^^

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  3. Wow in einem Monat über 24000 Worte schreiben ist echt beachtlich :) Ich schreibe seit Oktober 2013 an meiner ersten Dystopie und ist derzeit etwa 18000 Worte lang. Eine Veröffentlichung ist geplant. Beim Schreiben arbeite ich mit Papyrus Autor, was ein sehr hilfreiches Programm ist zum Geschichtenschreiben :) Bin durch den 2.Blogger Kommentiertag auf deinen Blog aufmerksam geworden.

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    1. Hallo Andreas,
      Ja, ich hätte nicht gedacht, dass ich wenigstens 25.000 Wörter schreiben würde und bin froh, dass ich wenigstens die Hälfte geschafft hatte. Dieses Jahr werde ich definitiv wieder am NaNoWriMo mitmachen und hoffentlich die 50.000 Wörter knacken, wenn nichts dazwischenkommt. :D
      Ich werde dann später auch mein Glück versuchen, es einem Verlag schmackhaft zu machen und mal schauen, ob was draus wird. Ein spezielles Schreibprogramm benutze ich nicht - ich bin ganz gut mit LibreOffice bedient. ^^
      Ich wünsche dir für 2015 viele kreative Schreibstunden :)

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  4. Ein schöner Erfahrungsbericht. Ich glaube, 25000 Wörter schreibe ich im ganzen Jahr nich xD

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