Mittwoch, 19. August 2015

Rezension: Die Arena von Stephen King


Titel: Die Arena
Autor: Stephen King.
Verlag: Heyne
Seiten: 1.280
Genre: Spannung - Fiktion
Einband: Gebunden  mit Schutzumschlag (nicht mehr im Handel)
Preis: 22.99€ (gebunden)
(Taschenbuch: 12.99€)
ISBN: 978-3-453-26628-5
Taschenbuch: 978-3-453-43523-0
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Inhalt: 
Wenn kein Gesetz mehr  gilt,  zählt  nur  noch der Kampf  ums nackte Überleben.

Urplötzlich  stülpt sich eines Tages eine  unsichtbare Kuppel über Chester’s Mill. Die Einwohner der  neuenglischen Kleinstadt sind  komplett  von ihrer Umwelt  abgeschnitten. Und auf einmal  gilt  kein herkömmliches  gesetzt mehr.

An einem  ganz normalen schönen Herbsttatg wird die Stadt Chester’s Mill plötzlich  auf  unerklärliche Weise  durch  ein  unsichtbares Kraftfeld  von der Welt  abgeriegelt. 
Flugzeuge zerschellen  daran  und  fallen als  brennende trümmer  vom Himmel, einem Gärtner  wird  beim Herabsausen "der Kuppel" die Hand  abgehauen, Tiere werden zweigeteilt, Menschen die  gerade  in Nachbarorten  unterwegs  sind, werden  von ihren Familien getrennt, und Autos  explodieren, wenn sie auf die mysteriöse Wand  prallen.  Es  ist allen ein Rätsel, worum es sich bei dieser  unsichtbaren Wand  handelt, wo sie  herkommt,  und  wann - falls  überhaupt - sie wieder  verschwindet.  Es  gibt  kein Entrinnen -  und je mehr die Vorräte zur neige gehen, desto stärker  tobt  der  bestialische Kampf  ums Überleben  in dieser unerwünschten Arena ...

Mit Die Arena legt Stephen King ein faszinierendes Monumentalwerk vor - seinen umfangreichsten  und fesselndsten Roman  seit The Stand - Das letzte Gefecht.

Meinung:
Neugierig  war  ich ja schon sehr, als  ich vor ein paar Jahren den Trailer  zur Sendung Under the Dome sah, auch die ersten beiden Folgen, die ich mir  damals  anschauten, machten bei  mir  einen recht  guten Eindruck, dass  ich  mir  damals  das Buch  kaufte und es  zuerst  lesen wollte, und dann im Anschluss die Serie  schauen.  Doch sollte  noch es  noch einige Monate  dauern,  bis ich das Buch mit vollem Ernst  in meine Hände  nahm, um es  zu lesen. Und das hatte einen einfachen Grund: die Dicke  des Buches!  Mit  seinen 1.280 Seiten ist  Die Arena  nicht  gerade eine Wochenendlektüre und das schreckte  mich einige Monate ab, das Buch  in die Hand  zu nehmen, doch als ich dann  mit Friedhof der Kuscheltiere vor ein paar Monaten fertig war, hatte  ich noch einmal  Lust auf einen Stephen King  bekommen und  dachte  mir, warum es  nicht  einfach mit Die Arena  versuchen?  Ich  hatte auch ein wenig Angst, dass  das Buch  sich wie Der Anschlag  an manchen Stellen  ziemlich  ziehen  würde,  was  es  hie und da auch tut, aber  nicht  so extrem wie  bei der Anschlag, finde ich. 
Stephen King  schaffte es  mich die ersten 524 Seiten  in seinen Bann zu ziehen, doch fand  ich, dass die Luft ein wenig raus war. Die Charaktere  fand  ich ganz interessant  gestaltet und man merkte gleich, dass Barbie (Dale Barbara), Rennie,  und  Junior sowie  Julia Shumway die  tragenden Charaktere der Geschichte  sind - zumindest  finde  ich das so.  
Doch nach den über 500 Seiten hatte ich das Gefühl gehabt,  in der Geschichte  nicht  mehr weiter  voranzukommen, daher  hatte  ich es dann für  gut zwei Wochen beiseite gelegt  und mich anderen Büchern  zugewandt.  
Wie  ich schon erwähnte, ist Die Arena  kein Buch  für Zwischendurch. Für  diesen Schinken von einem Buch sollte man sich Zeit nehmen, denn Stephen King  hat hier einen komplexen Schmöker sich aus den Ärmeln geschüttelt, der  zwar seine Längen hat, aber  durch seine Charaktere, die  man liebt  oder hasst und  ihre eigenen  ganz persönlichen Geschichten und  ihren Beziehungen, in ihren Bann  ziehen konnte. 

Das Buch  wollte, oder  besser  gesagt,  konnte ich einfach nicht  abbrechen, denn als  sich die Geschichte im Mittelteil hinzog, habe  ich  mit  dem Gedanken ans Abbrechen  gespielt, aber ich konnte nicht - als  wäre  dieses Buch eine Kuppel gewesen, die  mich eingeschlossen  hatte,  so dass  ich ihr  nicht entkommen  konnte. 
Ab der 567. und der 590. Seite zumindest ab da an, fängt die Geschichte  wieder an, an Schwung  zu bekommen, und  richtig  interessant  zu werden, denn  da soll zu einem plötzlich die Lebensmittel gestrichen werden, was die Bewohner von Chester’s Mill gar nicht  gefällt und dieser Aufruhr  endet  blutig - sehr  blutig und  gewaltsam, auch wird  ab hier die Anarchie die sich inzwischen entwickelte  deutlich spürbar, und  es  gibt  zwei Lager: Die, die  auf Rennies Seite stehen  und  die, die nicht auf seiner Seite stehen.  
Wie  schon erwähnt, das Buch  ist  ziemlich  komplex  und detailreich, doch was wäre ein Stephen King Buch, ohne die plötzlichen  unvorhersehbaren Momenten, in dem ein Charakter auf  grauenvoller Weise stirbt, oder ein anderer Charakter  plötzlich alle Leitungen durchbrennen, die tiefen psychologischen Abgründe? Richtig: es wäre dann kein Stephen King Buch mehr. Auch hier  in der Arena  finden sich  solche Momente, die  mich immer wieder  faszinierten  und  mich schließlich auch weiterlesen  lassen wollten, denn auch wenn kein Charakter mir  wirklich sympathisch war beziehungsweise ich ins Herz geschlossen habe,  wollte ich trotzdem wissen, woher  diese Kuppel kam, was  ihr Zweck und wer  dafür überhaupt verantwortlich war, und wie sich die Dinge in der Kleinstadt weiterentwickelten.

Als sich die Geschehnissen  immer mehr zuspitzten, konnte  ich das Buch nicht  mehr aus  der Hand legen, denn jetzt war es so weit, und die Auflösung  würde nicht  lange auf sich warten lassen.  Und es  dauerte  auch nicht mehr  lange. Auch wenn ich erst dachte, dass  die Kuppel ein fehlgeschlagenes Experiment des Staates sein würde, war  ich von der endgültigen Lösung ein wenig  überrascht, aber  hatte  mir  hier  noch ein wenig  mehr  gewünscht, zum Beispiel woher Sie  kamen ...
Nichtsdestotrotz, wie  in allen Büchern von Stephen King, kam die Auflösung  relativ kurz zum Zug, was bei  mir  den Anschein weckte, dass er  das Buch  an dem Punkt  nur  noch beenden wollte, denn alles  ging  ein wenig  zu schnell von Statten.

3 von 5 Nectores - klasse Unterhaltung
Fazit:
Trotz seiner Längen im Mittelteil, ist Die Arena, doch ein lesenswertes Buch  von Stephen King,  für  das  man sich aber Zeit  nehmen und sich auch  konzentrieren sollte, denn in diesem Wälzer  passieren  viele  Dinge gleichzeitig, so dass  man  hie  und da  auch  mal  kurz zurückspringt. Aber  da  wie  erwähnt,  immer  wieder  etwas  passiert, das die Handlung  vorantreibt - wenn auch nur schleppend, wird dieses komplexe Buch, mit seinen interessanten Charakteren  nie wirklich langweilig.  

Kommentare:

  1. Hey Nico!

    Ich hab dem Buch ja die volle Punktzahl gegeben :D
    Ich fand eher den Anfang etwas zäh, aber das Gefühl hab ich bei King Büchern öfters ... aber dann hat es mich total gepackt und ich konnts nicht mehr weglegen.

    Liebe Grüße, Aleshanee

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    1. Hey Aleshanee,

      den Anfang fand ich wiederum gar nicht so zäh - aber da kann man mal sehen, wie unterschiedlich man Geschichten empfinden kann. ^^
      Ich fand das Buch ja auch nicht durchweg langweilig, ich hatte nur im Mitteilteil das Gefühl einfach nicht weiter voranzukommen. Vielleicht ist da auch meine Konzentration ein wenig flöten gegangen ... :D
      Aber nichtsdestotrotz, war ein Stephen King Buch, dass mich bestens unterhalten konnte.

      Liebe Grüße,
      Nico

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  2. Moin Nico,

    ich fand das Buch so spannend und für mich war es auch nicht zu lang. Vor allem fand ich die Kapitellänge sehr angenehm und die Charaktere so unglaublich authentisch und tiefgehend beschrieben - halt typisch Stephen King :D

    Eine schöne Rezension zu einem super Buch!

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim fortfahren von "Vitam"
    Alex

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    1. Moin Alex,
      Die Kapitellängen bei King sind wirklich angenehm - außer bei Dolores, da gibt’s gar keine Kapitel, aber trotzdem angenehm zu lesen. Die Charaktere waren authentisch, das stimmt, aber leider konnte ich keinen so wirklich ins Herz schließen. Ich habe sozusagen nicht mit einzelnen Charakteren gehofft und gebangt, sondern eher mit der ganzen Gruppe an sich. :)

      Liebe Grüße,
      Nico

      P.S. Dankeschön, für die lieben Worte, Vitam wächst und gedeiht jeden Tag ein wenig mehr, jetzt im zweiten Teil, macht die Geschichte richtig viel Spaß beim Schreiben.

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  3. Hallo Nico,

    also, das war bisher (!) eines der King-Bücher, die mich weniger interessiert haben. Ich habe die 1. Folge der Serie gesehen und die konnte mich gar nicht überzeugen. Jetzt kriege ich Zweifel und frage mich, ob ich dem Buch nicht doch eine Chance geben sollte. Im Übrigen muss ich dir zustimmen, "Der Anschlag" war im Mittelteil ein ganz schön zäher Brocken. ;-)

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,
      Als ich gehört hatte, dass die Serie stark vom Buch abweicht, hatte ich entschlossen zuerst das Buch zu lesen. Was ich dir auch empfehlen kann sollte das Buch dich dann doch noch reizen.
      Der Anschlag hatte mir zum Anfang hin ganz gut gefallen, aber der zähe Mitteilteil hatte dann alles nur noch trübe gestimmt, und ich war froh, als ich das Buch zugeklappt habe.
      Was ich aber an der Arena besonders mochte, waren die wieder einmal die gut dargestellten Charaktere mit ihren tiefen psychologischen Abgründen. Das hatte mich dann auch den Mitteilteil weiterlesen lassen. Bloß das Ende lässt mich trotz dieser ungewohnten Auflösung, die ich so nicht erwartet hatte, doch etwas nüchtern zurück. Aber dieser Schinken ist dennoch lesenswert und war eine gute Unterhaltung. :D

      Liebe Grüße,
      Nico

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  4. Hey :)

    Ich hab das Buch vor ca. einem Jahr gelesen, als ich die erste Staffel der TV-Serie gesehen hatte ... Und das, obwohl ich eigentlich kein Fan von King bin und normalerweise einen recht großen Bogen um seine Bücher mache. Was das Ende angeht, pflichte ich dir bei, dafür dass das Buch soooo dick ist, hätte er sich ruhig etwas mehr Zeit für das Finale nehmen können. Ich fand auch die Auflösung selbst ein wenig an den Haaren herbeigezogen, ich weiß nicht, aber das ist wohl Geschmacksache.

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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    1. Hay,
      ja, das stimmt, für diesen Schmöker ist das Ende wirklich kurz geraten. Aber ich habe das Gefühl, dass bei vielen seiner Werke so ist. Auch denke ich, dass Stephen King mehr den Blick auf die zwischenmenschliche Ebene werfen möchte, und nicht so sehr auf die eigentliche Handlung.

      Liebe Grüße,
      Nico

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  5. Hallo Nico.

    Hut ab vor dieser Rezension.

    Ich erinner mich noch, um dieses Buch damals nicht so herumgeschlichen zu sein, aber während dem Lesen hab ich auch zwischendrin pausieren müssen. Das würde ich heute nicht mehr so machen.
    Ich würde auch jederzeit zu diesem Buch greifen mit einem verdammt guten gewissen, dass mich die Geschichte nicht enttäuschen wird.

    Die Auflösung finde ich ebenfalls etwas unfinal bzw. mysteriös. Aber ich bin sicher, dass ist nur eine kleine Ecke des Kingversums. :D

    Liebe Grüße und danke für deine Eindrücke.
    Henrik

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    1. Hay Henrik
      ,
      Enttäuscht hat mich King mit diesem Buch auch nicht. Er gibt hier einen detaillierten Einblick in die Psyche von "eingesperrten" Menschen und die Situationen, die sich daraus und ihren Handlungen ergeben. Ob ich später noch einmal zu diesem Buch greifen werde, weiß ich noch nicht so recht. Und das Ende fand ich, hatte nicht diesen Aahh!-Effekt, der mich dann erst so richtig vom Hocker haut, da hatte ich mir ein wenig mehr erhofft, aber vielleicht verlinkt Stephen King dieses Ende, in einer anderen Geschichte, wo man vielleicht noch ein wenig mehr erfährt. Da lasse ich mich gerne überraschen.

      Liebe Grüße und vielen Dank für deine lieben Worte,
      Nico

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