Samstag, 29. August 2015

Rezension: Runa von Vera Buck



Titel: Runa
Autor: Vera Buck
Verlag: Limes
Seiten: 602
Genre: Roman
Einband: Gebunden  mit Schutzumschlag
Preis: 19.99€
ISBN: 978-3-8090-2652-5
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Inhalt:
»Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.«

Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. 
Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind.
Und sie kennt Juris dunkelstes Geheimnis ...



Meinung: 

Runa ist das Romandebüt  von Vera Buck, auf das  ich sehr  gespannt  war, denn der Rückentext klang  ziemlich  vielversprechend und mysteriös. Vera Bucks Schreibstil ist  bildhaft  und detailreich, was  ich auf den ersten 50-100 Seiten auch mochte, doch mit der Zeit  wurde es einfach ein wenig zu viel. Man merkt schnell, dass sie  detailverliebt  ist und  hin und wieder ein wenig abschweift, was dann die Geschichte  an manchen Stellen  ziemliche  zieht, meiner Meinung nach. 

Ich versuchte  mit  nicht allzu hohen Erwartungen an das Buch  heranzugehen, und  nach den ersten 120 Seiten  sprang der Funken bei mir  leider nicht  über. Für einen Laien, der sich nicht  besonders  mit der Medizin auskennt,  häufen sich die Fachwörter  und  lateinischen Begriffe, und in Verbindung  der  detailreichen Beschreibungen von Charakteren  und Umgebungen, machte  es  das Lesen nicht  gerade einfach, und  das Buch  ist  auch gerade das: nicht einfach. Auch wenn sich die Autorin für eine einfache Sprache entschlossen hatte, so wird  doch die Handlung aus verschiedenen Sichten erzählt, woran man sich erst einmal gewöhnen  musste, denn der Wechseln geschah nicht von Teil zu Teil, sondern nach fast jedem Sinnabschnitt. Doch  hatte  ich zeitweilen auch das Gefühl, nach Beenden der  kleinen Kapitel nicht  genau  zu wissen, worum es  denn gerade ging, und worauf  die Autorin denn hinaus möchte. Es dauert auch eine Weile - wenn man so will den ganzen ersten Teil der Geschichte, bis endlich ein wenig  Spannung aufkommt. 

Wir  lernen die Charaktere kennen - und keiner kommt hier zu kurz, und tauchen in Gesprächen in die Vergangenheit und Gedanken, der  Personen ein. Die Charaktere  in diesem Buch sind gut gezeichnet und  ausgearbeitet, aber so wirklich  konnte  ich zu keiner der verschiedenen Charaktere eine Sympathie  aufbauen. Für meinen Geschmack hat an den Charakter das gewisse Etwas  gefehlt, dass  bei mir eine emotionale Verbindung  zu ihnen aufbaut. 
Auch  im weiteren Verlauf des Buches, der  sich meiner  Meinung nach  ziemlich in die Länge zieht, fehlt  es an Spannung, die die  Geschichte  vorantreibt, doch  stattdessen, verliert  sich die Autorin weiterhin in detaillierten Be- und Umschreibungen und  in die Länge  gezogenen Dialogen. Dabei finde  ich die Idee des Buches sehr  interessant, und sie  schaffte es auch die bedrückende Stimmung der  Salpêtrière-Klinik,  und allgemein die Atmosphäre dieser Zeit zu veranschaulichen, was mich zeitweilen auch in ihren Bann reißen konnte, aber so ganz konnte ich mich mit der Umsetzung  der Idee nicht  warm werden.
Doch das Buch  hat auch seine positiven Seiten, die  mich aber  nur kurz bei Laune  halten konnten: Ich fand  es ziemlich krass, wie  das Leben  in einer  solchen Klinik von Statten ging, beziehungsweise,  wie  mit  den Patienten umgegangen wurde. Sie wurden vom Doktor Charcot wie Tiere im Zirkus vorgeführt und mit Hilfe von Hypnose gefügig gemacht. Auch die Behandlungsmethoden, von denen manche  damals wirklich angewandt  wurden, fand ich schockierend. Man erfährt  einiges über den Alltag in der Klinik, die Patienten sind  gebrochene Personen, die schon bei der bloßen Anwesenheit von Ärzten anfangen zu schreien usw. ... 

Auch wenn ich  versuchte, mit  nicht  allzu hohen Erwartungen an das Buch heranzugehen, was  Anfangs auch gut  geklappt hat, konnte mich Runa von Vera Buck doch leider  nicht  komplett  überzeugen. Auch wenn ich detailreiche Beschreibungen  liebe, wie  sie auch bei Stephen King  und J.K. Rowling  vorkommen, war  es  hier  in diesem Buch  leider  zu viel des Guten  und  die Geschichte  hätte  meiner Meinung  nach gute 200 Seiten  weniger  vertragen können, denn die  vielen Be- und Umschreibungen von Charakteren, Handlungen und Orten und der ständige Wechsel von Blickwinkeln, warfen mich bei diesem Buch aus der Handlung, was  dann das Folgen der eigentlichen Geschichte nicht vereinfachte. 


3 von 5 Nectores - interessanter Ansatz, aber langatmig.

Kommentare:

  1. Ich hab das Buch gerade gestern Abend angefangen. Bin nicht sehr weit gekommen und bin wirklich gespannt, wie es mir gefallen wird :)

    LG

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    1. Ich wünsche dir viel Spaß. :)
      ich konnte es leider nicht ganz überzeugen.

      Liebe Grüße.

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  2. Hallo Nico,

    interessant klingt es ja auf jeden Fall, aber wenn ich deine Rezi jetzt so lese, kommen schon Zweifel auf. Ich werde es einfach weiterhin beobachten, mal schauen, ob es sich doch noch einen Platz auf der WL erkämpft.

    Auf jeden Fall hast du eine gute Rezension geschrieben!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      vielen Dank für die lieben Worte.
      Runa, finde ich, ist ein interessantes Buch, mit einer interessanten Geschichte. Aber leider fand ich es zu langatmig und detailliert, was mich dann immer aus dem Lesefluss geschmissen hat.
      Abwarten, Tee trinken und schauen, was die anderen sagen, würde ich auch machen. Ansonsten kann man es sich immer noch schenken lassen, wenn man sich zu unsicher ist. :)

      Liebe Grüße,
      Nico ;)

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    2. :-D Ich habe nächsten Monat Geburtstag und habe es nun auf die Geburtstagsliste gesetzt. Schauen wir mal. ;-)

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  3. Ich war so frei deine Kritik bei mir zu verlinken http://life4books.blogspot.de/2015/09/roman-runa.html

    Ich bin übrigens ähnlicher Meinung, wie du. Mir hat das Buch nicht das gegeben, was ich erwartet habe :(

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    1. Vielen Dank für die Verlinkung!
      Ja vielleicht bin ich ja doch mit etwas zu großen Erwartungen an das Buch herangegangen und ich nehme es vielleicht in ein paar Jahren noch mal in die Hand, aber das ist wohl eher unwahrscheinlich.

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