Montag, 14. September 2015

Rezension: Finderlohn von Stephen King

Titel: Finderlohn
Autor: Stephen King
Verlag: Heyne
Seiten: 539
Genre: Krimi
Einband: Gebunden mit Schutzumschlag
Preis: 22.99€
Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
ISBN: 978-3-453-27009-1

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Inhalt:

Besessen bis zum Mord

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Meinung: 

Sehnsüchtig  habe  ich  auf die Fortsetzung  zu Mr Mercedes  gewartet und  habe  sofort  angefangen meine Nase  in dieses Buch  zu stecken.  Der zweite Band  über den Detective außer Dienst, Bill Hodges  ist  in drei Teile  aufgeteilt. Im ersten Teil springen wir  von Kapitel zu Kapitel von den 70er und  2010er Jahren hin und  her  und  begleiten die beiden Charaktere: Morris Bellamy, der  ein ziemlich  großer Verehrer  des Schriftstellers  John Rothstein, der  nach seinen drei Romanen  über  Jimmy Gold sich  zur Ruhe  gesetzt hatte und  zurückgezogen in seinem Haus  lebt.  
Der große Verehrer Morris Bellamy hat die Bücher  von Rothstein regelrecht  verschlungen  und  studiert und  ist über den dritten Band  der "Läufer"-Trilogie  gar  nicht  zufrieden. Zusammen  mit  seinen Freunden macht er sich daran  bei dem Schriftsteller einzubrechen und zuerst scheint  es, dass sie  nur  hinter dem Geld  her  sind, doch eigentlich sind sie - besser  gesagt Morris, hinter die  im Safe liegenden Notizbücher her.  Nach einem  Gespräch  mit dem Schriftsteller - während die  beiden Kumpanen  den Safe leerräumen, bringt der Schriftsteller  Morris  zur Weißglut  und  bittet  ihm, die Notizbücher doch nicht  mitzunehmen, da dies ein Fehler  sein würde. Doch immer noch wütend  über  den Verrat den der Schriftsteller  dem Läufer angetan hat, erschießt Bellamy  den Schriftsteller. Nicht  lange darauf  wandert dieser  wegen eines  dummen Vorfalls, an dem der Alkohol nicht  ganz unschuldig  ist, für Lebenslänglich in den Knast.
Auch verfolgen wir  dem Jugendlichen  Pete Saubers, dessen Vater vor Kurzem seinen Job verloren hat und bei dem Mercedes-Massaker schwer verletzt wurde und die Familie in ein anders Stadtviertel ziehen  musste. Seine  Eltern  streiten sich  des  öfteren  und Pete  und seine  kleine Schwester Tina  leiden darunter sehr. Als Pete sich an dem nahe gelegenen Bach aufhält und die Steine über die schmelzenden Eiskrusten tanzen  ließ, entdeckt er unter die vom Regen  freigespülten Wurzeln eines Baumes  eine mysteriöse  Tasche, dessen Inhalt  die Streitereien seiner  Eltern beenden wird. Aber steht  mit diesem Fund sein und das Leben seiner Familie  auf  dem Spiel.
Als dann aber  Morris Bellamy vorzeitig  aus dem Gefängnis  entlassen wird, macht er  sich  sofort zu dem Ort auf dem Weg, an dem er  seinen Schatz vor  vielen Jahren vergraben hatte, doch als  er schließlich nur  noch den leeren Koffer  findet, macht er sich auf die Jagd ...

Im zweiten Teil des Buche  nimmt die Geschichte endlich an Fahrt  auf und man kann das Buch  nur sehr  schwer  aus der Hand  legen. Man  möchte es aber  nicht mehr aus der Hand  legen wollen, da  man endlich erfahren möchte, wie es  denn  nun weitergeht. Den ersten Teil des Buches, fand ich, kam nur  langsam in Fahrt und  alles  plätscherte vor sich  hin, aber  hat man erst einmal die  die ersten 195 Seiten  hinter sich, wird die Geschichte immer weiter  verzwickter  und  ehe  man sich versieht, hat man  ganz schnell 100 Seiten am Stück gelesen. 
Es dauert auch, bis Hodges und sein Team in die Geschichte  eingebunden wird  und  ich hatte das Gefühl, dass der Detective außer Dienst hier  nur  eine  Nebenrolle  gespielt hatte, und auch finde  ich, dass die Geschichte  auch  gut  ohne  den Detective hätte auskommen  können - aber  dann wäre es  ja  kein Bill-Hodges Buch. Je  mehr  man dem Ende  näher  kommt, desto klarer wird, dass  dieses Buch die  Brücke  zum dritten und letzten Buch über  Bill Hodges schlägt.

Auf den letzten guten 200 Seiten nimmt  die Handlung  spürbar  an Spannung auf  und  alles  scheint sich zu überschlagen, so dass  man  Gefahr  läuft, nur  noch Bahnhof  zu verstehen, wenn man nicht  aufmerksam liest.  Die  letzten 200 Seiten, habe  ich in einem Rutsch gelesen. Man  trifft  auf einen  alten Bekannten, der sehr  offensichtlich für  den dritten Band  der Bill Hodges-Trilogie ganz wichtig  werden wird, beziehungsweise  denke ich, dass er  wieder eine  Hauptrolle  annehmen wird - aber  das  lasse ich mich gerne überraschen. In der Szene, die  Stephen King  auf  Seite 365 beschreibt, habe ich Gänsehaut  bekommen und bekam so ein  merkwürdiges Gefühl im Magen, die  ich als  Vorfreude  deuten würde. 
Aber  wie Finderlohn endet,  und  wie  die Geschichte  weitergeht,  möchte  ich  an dieser Stelle  nicht verraten, aber so viel kann ich sagen: Finderlohn ist  absolut lesenswert! Die  ersten 100 Seiten  plätscherten zwar  etwas  vor  sich hin, aber  je  mehr  man in die Geschichte eintaucht, desto fesselnder wird sie. Stephen King weiß, wie  man seine Leser  bei Laune  hält. Das  hat er  mit  diesem Buch  wieder einmal  bewiesen.
Eine Geschichte mit Gänsehautfaktor!
4 von 5 Nectores - Klasse Buch, kann ich sehr  empfehlen!

Kommentare:

  1. Ich geb es jetzt mal ehrlich zu - ich hab die Rezi gerade nicht gelesen, aber einfach weil ich mich noch gar nicht in irgendeiner Art und Weise spoilern will für das Buch.
    Warte noch sehnsüchtig, dass es endlich im Briefkasten liegt, aber sollte die Tage mal ankommen :)

    LG N9erz
    http://nothingbutn9erz.blogspot.co.at/

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    1. Ich wünsche dir mit dem Buch viel Spaß. :)
      Ein wirklich lesenswerter King.

      LG Nico

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  2. Hallo Nico,

    wir beide sind uns wohl einig! :-D Mir ist es wie dir ergangen, eines der besten King-Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe und ich bin total neugierig auf den nächsten Teil. Vermute auch, dass es auf eine Trilogie hinausläuft.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ich habe in letzter Zeit einige King Bücher gelesen, darunter "Dolores", welches ich bis heute neben "Misery" richtig klasse fand. "Finderlohn" kommt zwar meiner Meinung nach nicht an die beiden anderen genannten Bücher ran, aber King weiß in "Finderlohn" wie man Spannung aufbaut, mit den Figuren "leidet" und hat im Ganzen einen wirklich tollen Krimi geschrieben.
      Das die Bill Hodges Bücher eine Trilogie sein werden, hat King schon von Anfang an erzählt ;) Ich freu mich schon riesig auf den dritten Teil ^^

      Liebe Grüße,
      Nico

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    2. Das wusste ich gar nicht, dass es eine Trilogie werden soll. Zugegeben, ich habe King die letzten 10 Jahre ganz schön vernachlässigt und habe momentan die 2. King-Phase meines Leselebens. :-D

      "Dolores" ist bei mir schon länger her, aber das war auch toll. Und "Misery" kenne ich noch nicht. Wird aber noch werden.

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    3. Ich könnte mir King aus meinem Leseleben gar nicht mehr wegdenken. Und bei ca. 54 Büchern, und ca. 200 Kurzgeschichten, habe ich noch einiges nachzuholen :D
      Misery war mein erster King, den ich überhaupt gelesen habe. Bis dahin kannte ich nur ein paar Filme und selbst da nur ein paar einzelne Szenen. Aber mit Misery (dem Buch) konnte King mich ganz überzeugen. Vorher, hatte ich immer einen großen Bogen um seine Bücher gemacht, da ich mit dem Vorurteil an die Bücher herangegangen bin, dass diese nur von abgetrennten Körperteilen und Blut nur vor sich hin triefen. :D
      Misery kann ich auch sehr empfehlen.

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    4. Nein, auf einmal hat's aufgehört und ich hatte genug von seinen Büchern. Dann kam "Doctor Sleep" und deshalb habe ich auch "Shining" gelesen und deine Challenge hat mir dann den Rest gegeben. Jetzt bin ich wieder richtig im King-Fieber und freue mich, dass es noch sooo viel zu lesen und entdecken gibt.

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