Mittwoch, 2. März 2016

Rezension: »Die Ernte des Bösen« von Robert Galbraith


Der neueste Fall für Cormoran Strike & Robin Ellacott – das cleverste Ermittlerduo der britischen Kriminalliteratur.

Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist. Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …


Meinung:

Sehnsüchtig habe ich auf diese Fortsetzung gewartet und habe alles  andere stehen und liegen gelassen, als ich dieses Buch in Händen  halten konnte.
In dem neuen Fall, dem sich der einbeinige Detektiv Cormoran Strike dieses Mal widmet, geht, es um ein mysteriöses Paket, das ein abgetrenntes Frauenbein enthält, dass an seine Sekretärin Robin Ellacott, die das Paket annahm und öffnete, adressiert war. Strike lässt zu dem Zeitpunkt alle anderen Fälle, die er in diesem Moment betreute, links liegen um sich voll und ganz seinem neusten Fall zu widmen. Ihm fallen auf Anhieb vier Männer ein, die  zu so einer grausamen Tat imstande wären. 
Doch da sich die Polizei zu sehr auf einen einzigen Mann konzentriert, bei dem Cormoran sicher ist, dass er es nicht sein könnte, nehmen die beiden den Fall selber in die Hand. 
Wie in den anderen zwei Bänden zuvor macht sich Cormoran, der nun in einer neuen Beziehung steckt und glücklich zu sein scheint, auf Spurensuche und hält viele interessante, detailreiche Gespräche mit Leuten, die  mit seinem Täter in der Vergangenheit zu tun hatten. Währenddessen  Robin sich einem anderen Fall widmet, um sich von ihrem Liebesleben abzulenken, dass momentan, kurz vor der Hochzeit ziemlich aus den Fugen zu geraten scheint. In Die Ernte des Bösen, erfahren wir hauptsächlich viel mehr über Robin, als in den anderen zwei Bänden zuvor. Wir erfahren, was ihr grausames auf der Uni passiert ist, und sie deshalb das Studium abbrechen musste. Das war eine Sache, mit der ich so gar nicht gerechnet hatte und das mich ein paar Momente wirklich geschockt hatte. Doch das war nicht der einzige Schockmoment im Buch, denn davon wird der Leser  noch so einige zu lesen bekommen. 

Die Geschichte  in diesem Buch, wird sozusagen aus drei Sichten erzählt: erstens, aus der Sicht von Cormoran, dann aus der Sicht von Robin und  aus der Sicht vom mysteriösen Täter. Und wenn eines gewiss sein kann, dann dass Die Ernte des Bösen ein ziemlich verstrickter und komplexer Roman ist, der nicht einfach nachzuerzählen ist, wie ich finde, denn zu groß ist die Gefahr das man etwas wichtiges aus dem Roman spoilern könnte. Und das möchte ich so gut es  geht vermeiden.
Die fiesen Cliffhanger an den Kapitelenden und die Songzitate von Blue Öyster Cult, die die Atmosphäre des Buches  genial unterstreichen, machen es nicht gerade einfach das Buch zur Seite zu legen. Man wird regelrecht gezwungen weiter-  und  die Nacht durchzulesen.
Aber was mir ein wenig kurz vor dem Ende  den Wind aus den Segeln genommen hat, war das 35. Kapitel, dass, wenn man das vorige Kapitel genau gelesen hat, schon verrät, wer der Täter war, der das abgetrennt Frauenbein per Kurier verschickt hat.  Zumindest glaube ich schon zu wissen, wer der Mörder ist. Denn momentan habe ich nur bis dorthin gelesen und  schreibe  gerade meinen ersten Eindruck dazu auf. Aber nicht nur die Frage, wer der neue Jack the Ripper ist, hält die Spannung im Roman aufrecht, denn hie und  fliegen auch die Fetzen: Zwischen Robin und Matthew und Cormoran und Robin. Im letzteren Streit, begeht Cormoran einen sehr dummen Fehler.

Jetzt da ich das Buch vor wenigen Minuten beendet habe, kann ich sagen, dass dieses Buch aus der Feder von J.K. Rowling es heftig hinter den Ohren hat. Man könnte glatt meinen einen Stephen King in den Händen zu halten. Man merkt, dass Joanne K. Rowling sich mit ihrem Pseudonym so richtig austobt und die Fantasien nur so kreisen lässt. Ich möchte nicht den Browserverlauf von J.K. Rowling sehen, aber mich würde zu sehr interessieren, was sie  zu dieser Idee inspiriert hat. Die Schilderungen der Geschehnissen aus der Sicht des Täters machen die kleinen erwähnten Längen im Roman wieder wett. Das Ende verspricht ein blutiges Aufeinandertreffen zwischen Cormoran und dem Mörder. 

Die Ernte des Bösen ist ein dunkler, atmosphärischer Krimiroman, den man trotz der kleinen Längen in der Mitte, nicht aus der Hand legen kann. Eine kleine Sache hat mich dennoch gestört. Das hat jetzt nichts mit der Geschichte an sich zu tun, sondern mit der Aufmachung. Ich finde es sehr schade, dass man das Cover der britischen (originalen) Ausgabe nicht übernommen hat, wie es bei den zwei Vorgängern auch der Fall gewesen war. Meiner Empfindung nach sieht das Buch wie ein null-acht-fünfzehn-Krimi aus, der einfach nicht Atmosphäre und Charme wiederspiegelt, wie es das Original tut. 

Seiten: 664 / Genre: Krimi / Einband: Gebunden mit Schutzumschlag / Übersetzer: Wulf Bergner, Christoph Göhler und Kristof Kurz / Preis: 22.99€ / ISBN: 978-3-7645-0574-5
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Kommentare:

  1. Hey! Wie schön, dass du auch so begeistert bist! Meine Rezi ist heute auch online gegangen, hab dich dort auch mal verlinkt :D

    Ein richtig guter Krimi oder? Die Reihe darf gerne noch lange weitergehen ... das ist so ein toller Mix aus dem Krimi an sich und den Beziehungen der Protagonisten, das hat Rowling echt drauf :)

    Das Cover hab ich auch bemängelt, das ist wirklich sehr ärgerlich!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hay, vielen lieben Dank fürs Verlinken.
      Das Buch ist ein wirklich klasse Krimi. Robert Galbraith (Joanne K. Rowling) weiß halt wie man den Leser bei knapp 700 Seiten bei Laune hält. Dieser Mix zwischen den Ermittlungen und dem Privatleben hat mir auch sehr gefallen, aber die Kirsche auf der Sahne waren die Kapitel aus der Sicht des Mörders. Davon hätte ich zu gerne mehr gelesen.

      Liebe Grüße,
      Nico ^^

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  2. Hey, da ich es eben heute erst beendet habe durfte ich mich jetzt endlich durch alle eure Rezensionen lesen. (Das mache ich immer erst wenn ich die Bücher beendet habe.)
    Nachdem ich vom Seidenspinner eher enttäuscht war fand ich Die Ernte des Bösen wieder richtig gut und freue mich schon wie wahnsinnig auf Band 4.
    Viele Grüße,
    Rena

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    1. Hallo,
      Ich mache das zu größten Teil auch wie du, erst nach Beenden einige Meinungen zum Buch lesen. Aber ich lese auch vorher, wenn ich mir nicht wirklich sicher bin, ob das Buch etwas für mich sein könnte, Rezensionen.
      Ich persönlich finde, dass die Bücher mit jedem Band immer besser werden. Von daher bin ich auch sehr auf den vierten Band gespannt.

      Liebe Grüße,
      Nico ^^

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  3. Hallo Nico,
    ich habe vor einigen Tagen die Hörbuchversion rezensiert und stimme dir zu, der Fall war sehr komplex und auch ziemlich düster. Ich mochte auch, dass man die Sicht des Täters hatte, das gab dem Buch nochmal das gewisse Etwas. Übrigens finde ich es auch blöd, dass nicht das Originalcover übernommen wurde. Ich meine, ich habe das Hörbuch zwar nur als Datei auf dem Handy, aber wenn man überlegt, dass alle anderen fremdsprachigen Ausgaben das englische Cover übernommen haben und nur im Deutschen dieses andere, nichts aussagende, dann finde ich das schon sehr ärgerlich.
    Liebe Grüße, KQ

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    1. Hallo Kaugummiqueen,
      deine Rezension zu dem Buch habe ich auch vor einigen Tagen gelesen. Ich finde Jo ihre Krimis wirklich genial gemacht und auch wenn dieses Buch im Frühling/Sommer gespielt hat, hatte ich immer das verregnete, neblige London vor Augen. Einen Sommer konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Mag wohl daran liegen, dass ich bei der London-Klassenfahrt vor sechs Jahren nur typisches Regenwetter hatten und es sich bei mir so eingebrannt hat. Aber es war auch Herbst gewesen, von daher typisch. :D
      Ja, ich hoffe, dass man beim vierten Band wieder das britische Cover verwendet und es später vielleicht für das dritte Buch ein neues Cover gestaltet wird, für Diejenigen, die das hier nicht mögen. Bei Markus Heitz’ Drachen-Trilogie war es ja ähnlich. Da wurde für den dritten Band ein neuer Cover-Stil entworfen und die, die alten Cover nicht mehr verwenden wollten, gab es PDF-Datein, mit neuen, passenderen Cover, für die ersten beiden Bände.
      Das Cover für "Die Ernte des Bösen", finde ich, ist so 0815, die Silhouette von Strike hat dem Cover immer das besondere Etwas gegeben und die Farben der englischen Cover haben alles noch einmal abgerundet.
      Ich lasse mich mal überraschen, was wir beim vierten Band zu bestaunen bekommen. :D

      Liebe Grüße,
      Nico

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