Freitag, 5. August 2016

Gedacht: Harry Potter and the Cursed Child - Ist J. K. Rowling wirklich fertig mit Harry?


Lange haben Fans auf eine Fortsetzung des berühmten Zauberers Harry Potter gewartet - etwas über neun Jahre hat es gedauert und einige Fans sind mehr als enttäuscht. Manche sagen, dass Harry Potter and the Cursed Child viele durch den Mixer gezogene Fanfictions sind, woraus dann dieses Theaterskript entstanden ist. Um ehrlich zu sein, ich habe nie eine einzige Fanfiction gelesen, da ich dem Original lieber treu bleiben möchte und mich nicht mit irgendwelchen Fantasien anderer Leute, diese magische Welt, in der ich meine Kindheit verbracht habe, dann mit übertriebenen Lovestorys über Harry und Draco, Snape und Hermine, Draco und seinen Apfel usw. verderben möchte. Ich finde dass die Leute, die behaupten, dass dieses Skript eine ganz große Fanfiction sei, eben diese Fanfictions ein bisschen zu ernst nehmen? Warum ziehen diese Leute denn überhaupt Parallelen zwischen dem Original und dem nicht originalem? Und woher wollen wir Fans, die keinen Einblick in die unzähligen Kisten mit Notizen und Skizzen von Joanne Rowling haben, wissen, wie es wirklich weitergegangen wäre? Keiner von uns weiß es, außer Joanne K. Rowling. Ich finde, dass wenn sie ihre Zustimmung zu diesem Projekt gegeben hat, bei dem sie sicherlich mit Argusaugen zugeschaut hat, was mit ihrem kleinen Harry passiert, dann sollten man ihr doch wenigstens vertrauen, dass am Ende etwas gutes dabei herausgekommen ist.


Zu dem Skript an sich, möchte ich an dieser Stelle keine Rezension abgeben, diese wird erst später erscheinen, doch möchte ich einfach mal über das kürzlich ausgesprochene Statement seitens von Rowling sprechen: Bei der Uraufführung des Theaterstückes am 30. Juli 2016 sagte sie, dass sie mit Harry fertig sei.
Entschuldigt, aber so wirklich glauben kann ich das nicht und das aus folgendem Grund: Harry lebt noch! Und wie sie es einmal über ihren Privatdetektiv Cormoran Strike gesagt hat, auf die Frage eines Fans hin, der wissen wollte, wie viele Krimis sie denn noch schreiben werde, antwortete Rowling sinngemäß: So lange ein Detektiv noch am Leben ist, gibt es immer einige Geschichten zu erzählen. Nun warum sollte das bei Harry nicht der Fall sein? Klar, kann Jo jeden Moment über Twitter raushauen, dass Harry bei seiner Arbeit als Auror ums Leben gekommen sei, aber das wäre ein wenig zu harsch ihren Fans gegenüber, finde ich. Wenn sie ihn sterben lässt, dann in Form eines Buches, oder Filmes, damit die Fans ihn wenigstens noch ein letztes Mal auf ein Abenteuer begleiten können. Sie kann zwar sagen, dass sie mit Harry fertig sei, aber das sagte sie auch vor Jahren, nachdem die Heiligtümer des Todes veröffentlicht war.
Sie kann es versuchen, mit Harry schluss zu machen, aber wird das nie klappen. Sie hat diese magische Welt seit gut 26 Jahren ihren Kopf, Harry hat sie durch ihre dunkelsten Zeiten begleitet, war das Licht in ihren dunkelsten Stunden, er hat dafür gesorgt, dass ihr wieder besser geht, da bezweifle ich es mal stark, dass sie von heute auf morgen sagen kann, dass sie mit Harry Potter fertig sei. Und wäre es doch Fall, dann wäre da immer noch die Option, dass sie zwar nichts mehr über Harry Potter schreibt, aber da wären ja noch Albus Severus und seine Freunde. Denn in einem Interview mit Denis Scheck meinte Jo, dass Harrys Zeit als Hauptcharakter vorbei sei, er und seine Freunde, aber hie und da mal auftauchen könnten. Wer sagt, dass the Cursed Child nicht der Übergang in eine neue Ära der magischen Welt ist? Hier hält sich doch die Waage zwischen Harry, Hermine, Ron und Co, zu Albus, Scorpius, Rose und Co. Sozusagen, sagen wir langsam zu Harry und seinen Freunden auf wiedersehen, aber gleichzeitig hallo zur nächsten Generation - ein fließender Übergang.

Und um auf den Punkt zu kommen: Jo kann nicht wirklich aufhören mit Harry fertig zu sein, erst wenn Harry Potter tot ist, erst dann ist sie mit ihm fertig und kann sich demnach voll und ganz auf andere Projekte in der magischen, oder nicht magischen Welt konzentrieren.
Ich glaube, Jo hat nur gesagt, sie sei mit Harry fertig, um bei den Fans keine allzu große Hoffnung auf eine frühere Fortsetzung - einen 9. oder 10. Teil zu machen - Stoff für Fortsetzungen seien problemlos da, meinte sie in einem Interview mit Oprah.

Was meint ihr, ist J. K. Rowling wirklich fertig mit Harry Potter?

Kommentare:

  1. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich deine Abschlussfrage für mich mit einem eindeutigen Ja beantworten.

    Ich fand die Handlung so absurd und an den Haaren herbeigezogen, dass ich mich mehrmals fragte: Wenn das alles ist, was man aus diesem Universum herausholen kann, ist es dann nicht einfach auch mal gut?

    Ich denke, weswegen bei vielen der Gedanke der Fanfictions aufkam, hat nichts damit zu tun, dass man sie zu ernst nimmt, sondern dass die Absurdität des Stücks genau denen gleicht, die du angeführt hast (hatte ich auch in einigen Rezensionen gelesen). Für mich war es inhaltlich ein extremer Bruch mit allem, was vorher geschehen ist. Genau wie in den Fanfictions.

    Ich finde auch nicht, dass der springende Punkt ist, ob Harry Potter noch lebt oder nicht, sondern ob seine Geschichte auserzählt ist. J.K. Rowling kann so viele Spin-Offs, Nebengeschichten oder sonst was schreiben, wie sie mag. Das finde ich auch total richtig. Aber vielleicht muss nicht alles davon veröffentlicht werden.

    Ich finde es auch sehr enttäuschend, dass sie nicht wenigstens die erste Szene von der Premiere als Livestream angeboten haben. Dass die Fans außerhalb Europas, die weder das Geld, noch die Gelegenheit haben, nach London zu reisen, einen Eindruck gewinnen. Inhaltlich ist kein Mehrwert vorhanden und großartig Geheimnisse vom Stück an sich werden damit auch nicht weitergegeben.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Ich glaube, dass einige an dieser Stelle vergessen, dass sie ein Skript lesen und keinen Roman, wie es die anderen Harry Potter Bücher sind. Jeweils Teil eins und zwei des Buches gehen auf der Theaterbühne ca. 2,5 Stunden. 5 Stunden insgesamt. Wenn man wirklich mehr herausgeholt hätte, würde das Theaterstück ja noch länger gehen. Vielleicht erscheint das Skript deswegen so absurd und fanfictionhaft, weil man ein bestimmtes Zeitlimit hat. Anders wie bei einem Roman, kann hier der Protagonist nicht hunderte von Seiten überlegen und planen, wie er sein Ziel erreicht. In einem Roman kann das so lange geschehen wie es dem Autor gerade passt, aber bei einem Skript, muss die Lösung schnell kommen, das musste ich mir auch erst einmal klar machen, als ich das über Cedric in der Parallelwelt erfahren habe, das kam für mich so plötzlich, dass ich dachte, ich zwei Seiten mit einmal umgeblättert. Aber irgendwann musste das gesagt werden und dann war es eben in diesem Moment, in einem Roman hätte Scorpius vielleicht 150 Seiten überlegt und wäre der Sache auf die Schliche gekommen, aber das kann man bei einem Skript nicht verlangen. Ich möchte damit sagen, dass einfach die Zeit hier nicht mitspielt, in einem Roman hätte Jo die Handlung vielleicht ganz anders gestaltet, als es nun der Fall ist.

      Da hast du völlig Recht, sie muss nicht alles veröffentlichen, was in ihrem Kopf herumschwirrt, aber da sind wir Fans selber schuld dran. Wir lechzen doch nach mehr Informationen und Jo gibt sie uns, sie kann ja nicht wissen, was jedem einzelnen von uns gefällt und was nicht. Und wie ich oben schon im Artikel erwähnt habe, niemand außer Jo weiß ganz genau, wie es wirklich weitergegangen wäre, würde es das Skript nicht geben. Wir haben keine Einsicht in ihre Notizen und ihren Kopf.

      Klar, ich bin auch ein wenig enttäuscht, kaum etwas von der Bühne gesehen zu haben, abgesehen von den Bildern und die Schnipsel auf Pottermores YouTubeseite. Aber das Theaterstück ist gerade mal einige Monate alt und demnach noch recht jung. Wer weiß, was Jo gerade ausheckt, dass wirklich alle dieses Stück sehen können, wie sie auch gesagt hat. Sie hat ein Versprechen gegeben und sie wird es sicherlich auch einhalten. Ob das Stück nun in andere Länder verkauft wird, es tourt, oder eine Aufzeichnung davon als DVD/Blu-ray erscheint, oder Warner Brothers doch einen Film daraus macht, das hängt ganz von J. K. Rowling ab. Ich lasse mich einfach mal überraschen.

      Liebe Grüße,
      Nico

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    2. Ich kann für niemand anderen sprechen, aber für mich hat das Medium Theater nichts damit zu tun, dass ich die Handlung nicht mochte und sie wie eine Fanfiction wirkt. Ich hätte sie (wahrscheinlich sogar noch weniger) gemocht, wenn sie auf 800 oder 1500 Seiten ausgedehnt worden wäre.
      Zum einen, weil die Handlung in sich nicht logisch war und zum anderen, weil es gar keine Kohärenz zu dem Rest aufwies. Möchte jetzt aber wegen Spoiler vermeiden, auf Details einzugehen.
      (warum man, wenn einem weniger Erzählzeit in einem Theaterstück zur Verfügung steht als in einem Roman ausgerechnet das Thema ZEITREISE wählt, verstehe wer will)

      Zu dem Punkt, dass niemand weiß, wie es weitergegangen wäre, habe ich eine vollkommen andere Meinung. Generell finde ich es schwierig, über solche Eventualitäten zu spekulieren.

      Auch wenn das Theaterstück jung ist, hätte man zur Premiere mehr machen können (und müssen). Ich bin auch zuversichtlich, dass da noch was kommt und möchte das nicht schlechtreden. Aber zur Premiere habe ich ehrlich gesagt mehr erwartet und die Chance ist leider vertan, was ich unglaublich schade finde. Es hätte sich so viel angeboten, was man daraus hätte machen können :(

      Liebe Grüße,
      Sarah

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  2. Guten Morgen Nico!

    Ich hab deinen Beitrag heute in meiner Stöberrunde verlinkt.

    Ich selber hab das Buch ja noch nicht gelesen, weil ich einfach noch skeptisch bin. Die Art, wie es geschrieben ist, ist einfach nicht so meins. Aber ich weiß, auf was ich mich da einlasse und werds irgendwann sicher auch noch lesen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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